Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer

Karausche

Karauschenprojekt

Hilfe für eine vermutlich vormals verschwundene Fischart am Steinhuder Meer

Die Karausche gehört in Niedersachsen zu den am stärksten gefährdeten Fischarten. Im Steinhuder Meer scheint der Lebensraumspezialist offensichtlich ausgestorben, wie umfangreiche Recherchen und Probebefischungen ergaben. Hauptrückgangsursachen sind Lebensraumverlust und Hybridisierung mit dem aus Asien eingeschleppten Giebel (Wildform des Goldfisches) bzw. mit ausgesetzten Goldfischen.

Unser Ziel mit dem in 2010 gestarteten Schutzprojekt ist nun, eine stabile Karauschenpopulation basierend auf einem einheimischen (autochthonen) Bestand des Weser-Aller-Leine-Gebietes aufzubauen. So wurden nach einer einjährigen Planungsphase 2011 und 2012 insgesamt 2.400 Karauschen in acht Gewässer angesiedelt. Die Gewässer wurden zuvor bewusst als Fischschutzgewässer angelegt, um Zielkonflikte beispielsweise mit dem Amphibienschutz zu verhindern (Amphibienschutz und Fischbesatz vertragen sich nicht!).
Das Projekt ist ausgesprochen erfolgreich: Das zumindest zeigen die Effizienzkontrollen der von der ÖSSM durchgeführten Fischschutzmaßnahmen. In allen kontrollierten Fischschutz-Gewässern wurde reichlich Nachwuchs von den eingesetzten Karauschen festgestellt.

 

Die Fischschutzmaßnahmen am Steinhuder Meer werden vom Land Niedersachsen finanziert.

BRANDT, T. & O.-D. FINCH (2014): Erste Ergebnisse aus einem Schutzprojekt für die Karausche (Carassius carassius) am Steinhuder Meer. Rana 15: 16-24. (PDF)

BRANDT, T. & O.-D. FINCH (2013): Zur Gefährdung der Karausche (Carassius carassius) am Steinhuder Meer und erste Schutzmaßnahmen. Rana 14: 39-46. (PDF)