Pflegemaßnahmen im Meerbruch

Hallo zusammen,

die Pflegemaßnahmen im Meerbruch sind für diese Saison (weitgehend) abgeschlossen. Kurz zur Erläuterung:

Die Gehölze müssen wir immer mal wieder aus der Fläche nehmen, um den Fortbestand der Offenland-Zielarten wie Kiebitz, Bekassine, Großer Brachvogel, Rotschenkel, Wiesenpieper etc. nicht zu gefährden. Diese Arten meiden Lebensräume mit zu viel Sichthindernissen. Das merken wir auch bei den selteneren Enten wie Spieß-, Löffel- und Knäkente, vor allem bei den größeren Trupps. Sie meiden die mehr oder weniger von Gehölzen „umschlossenen“ Gewässer.

Die Gehölze wachsen natürlich nach. Mit dem Mulchen der Gehölze, was vorübergehend rabiat aussieht, erreichen wir, dass die unerwünschten Gehölze länger brauchen um nachzuwachsen. Das ist ausdrücklich erwünscht. Außerdem ist es nur so möglich, das Material im Gelände zu belassen (zum Teil als Eiablagehaufen für Ringelnatter aufgehäuft) und nicht lastwagenweise Schnittgut aus dem Gelände fahren zu müssen. Letzteres wäre sicherlich nicht im Sinne des Umweltschutzes.

In diesem Jahr waren vor allem die Gehölze am Rundweg an der Reihe – wie unschwer zu erkennen ist. Außerdem haben wir Bereiche im Vogelbiotop pflegen können, die wir im nassen Herbst 2017 nicht erreichen konnten. Das hilft vor allem den Röhrichtvögeln. Außerdem konnten wir aufgrund der Trockenheit auch das Röhricht am Ostufer pflegen. Nach sechs Jahren ohne Maßnahmen drohte ein Teil des Röhrichts wieder zu verbuschen.

Grundsätzlich sind die Offenland- und Röhrichtarten unter den Tieren (und z.T. auch Pflanzen) selten geworden und stärker gefährdet als die Arten in Gebüschen und Wäldern. Um erstere zu erhalten, sind Eingriffe zwangsläufig erforderlich. Ich denke, wir haben zusammen mit dem amtlichen Naturschutz (Landkreise) ein gutes Maß gefunden, beide Gilden zu bedienen – also ausreichend Offenland und Röhricht zu erhalten und auch genügend Wald und Gebüsche vorzuhalten. So erhalten wir die Artenvielfalt, die auch jedem naturinteressierten Besucher Freude bereitet.

Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung.

Beste Grüße, Thomas Brandt

 

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